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LESEPROBE

Leseprobe 1

Die Bohrtechnik
Die Bohrtechnik muss beherrscht werden. Zwar ist sie nicht schwer, aber man muss beim Bambus besonders vorsichtig sein, da dieser eine äußere Schale hat die leicht absplittern kann.
Nachdem man die Bohrpunkte markiert hat, dazu kommen wir noch später beim Stimmen zu sprechen, sollte man mit einem AKKU-Bohrer und speziellem Holzbohrer (8 mm) an die Arbeit gehen. Zuerst muss man mit ganz langsamen Drehungen einen kleinen „Pieks„ an der Bohrstelle machen.
VORSICHT:Nicht ausrutschen, man könnte sich verletzen.
Da wir dünnwandigen Bambus nutzen, ist es wichtig dabei nicht zu fest zu drücken, da man sehr leicht durch den Druck durchs Bambus gelangen kann und die andere Seite gleich mit durchbohrt. Hat man die Markierung angebohrt, kann man mit mehr Sicherheit an die Arbeit gehen, da der Bohrer besser geführt wird.
Nun soll man ganz vorsichtig mit einer Neigung die äußere Linie des Loches anbohren. Dadurch vermeidet man, dass die äußere Schale beim Bohren nachher absplittert.
Es ist, als würde man mit einem Zirkel die äußerste Linie durch Bohren markieren.
Nun haben wir die Bohrstelle so vorbereitet, dass man leicht das Loch bohren kann, ohne den Bambus zu beschädigen.
Ich benutze einen Bohrer von 8 mm Durchmesser. Auch wenn einzelne Löcher später größer werden sollen, ist dieses Maß meines Erachtens das Beste. Bei größeren Durchmessern rutscht der Bohrer leichter aus und das Nachstimmen wird zur Unmöglichkeit. Durch Brennen oder nachfeilen kann man die Löcher später immer noch größer machen.


 

Ausschnitt Hier wird in Detail gezeigt wie man am besten die Löcher bohrt ohne sich oder die Bambusschale zu verletzen.

Leseprobe 2

Das Verbessern der Löcher
Nachdem die Löcher gebohrt worden sind, müssen sie überarbeitet werden. Dabei gelten zwei Regeln:
Sie müssen so verarbeitet werden, dass man sie gut und vor allem mit den Fingern dicht schließen kann.
Sie müssen vom Rohrinneren so bearbeitet werden, dass beim Öffnen der Löcher die Luft besser aus dem Rohr entweichen kann.
Rechts seht Ihr ein Rohr mit zwei Bohrungen. Das Rechte habe ich kurz überarbeitet, das Linke nicht. Man erkennt, dass nach dem Bohren einige „Splitter„ abstehen.
Diese werden sehr leicht beseitigt.
Hier seht Ihr, dass ich ein kleines Stück Sandpapier (leichtkörnig und wasserdicht) zu einem Trichter drehe. Ich stecke ihn dann ins Loch und drehe ihn mit dem Daumen ein oder zwei mal hin und her.
Damit sind die groben Splitter beseitigt. Zuletzt nimmt man ein sehr sanftes Sandpapier und schleift ganz vorsichtig die Oberfläche.
Nun kommen wir zur zweiten Aufgabe, um die Löcher zu verfeinern. Wir müssen eine Methode finden, das Loch von innen zu bearbeiten. Ziel ist es, das Loch von innen breiter zu machen, ohne es an der Oberfläche zu erweitern. Es soll also von innen nach außen eine konische Form bekommen.
Dabei gibt es zwei Möglichkeiten.
Man kann sich eine kleine, feine, halbrunde Feile (Schlüsselfeile) kaufen und mühselig durch schräges feilen das Loch von innen breiter schleifen. Doch erfahrungsgemäß macht man damit das Loch kaputt.
Daher ist die zweite Möglichkeit, die ich hier vorstelle, erheblich einfacher, schneller und auch effektiver. Dazu nehme ich eine kleine halbrunde Feile und halte sie vor eine Flamme. Wenn die Spitze der Feile glüht, kann man den dünnwandigen Bambus von der Innenseite leicht bearbeiten.
Ich nehme die heiße Feile und mit einer leichten Neigung brenne ich die konische Form ein, ohne die äußere Grenze des Loches zu erweitern.

Die Methode ist äußerst einfach, wobei man, wie bereits gesagt, darauf achten muss, nicht zu stark gegen die Lochkante zu drücken.

Rechts seht Ihr wie ein noch unbearbeitetes Loch von außen aussieht. Durch die vertikale Kante flieht die Luft schwierig raus.
Ziel ist es also die Lochwand von innen etwas abzubrennen, so dass die Luft leichter rausfließen kann.

So sieht das Loch aus, wenn man es durch die Brennmethode überarbeitet hat. Man erkennt, dass der Durchmesser vom Inneren der Flöte sich zur äußeren Schale des Bambusrohres verjüngt.

Hier noch einmal beide Löcher von der Innenseite nebeneinander gestellt.
Links sind die Brennspuren deutlich zu erkennen.
Allerdings hat diese Brennmethode zur Folge, dass die Flöte die ersten Tage etwas nach Rauch riecht. Aber man soll ja in die Flöte blasen und nicht inhalieren.
Wer sich für das Versiegeln der Flöte entscheidet, wird den Geruch kaum merken. Mehr dazu kommt noch.


 

Das überarbeiten des Fingerloches. Die Löcher sind noch lange nicht nur mit dem Bohren getan. Vielmehr müssen sie geschliffen werden und dann eventl. nachgebrannt.